Anfang August lud die CDU Nordbaden zur Sommerwanderung in die Rheinebene ein. Von der Rheinaue bei Elchesheim-Illingen führte der Weg nach Ötigheim. Vierzig Teilnehmer wanderten geführt von Minister Peter Hauk und dem Rastatter Abgeordneten Dr. Alexander Becker, mit dabei auch Rastatts Oberbürgermeister Hans Jürgen Pütsch und der Steinmauerner Bürgermeister Siegfried Schaaf.

Inhaltlich stand der Wald im Mittelpunkt der Wanderung. Die Landschaft entlang des Überflutungsgebiets des Rheins hat einen einzigartigen Wald hervorgebracht, dessen Bedingungen von Forstrevierleiter Tobias Scholz kundig erläutert wurden. In den tieferen Bereichen dominieren die weichen Holzarten wie Pappel oder Weide, in den höheren die Harthölzer um Stileiche und Ahorn. Doch auch in den Überflutungsgebieten findet heute nur begrenzt die Erosion statt, die notwendig wäre, damit sich der Wald selbst verjüngen kann.

Der Wald sei starken Belastungen von mehreren Seiten unterworfen, erläuterte Minister Hauk, der selbst diplomierter Forstwirt ist. Die Situation sei für alle sichtbar dramatisch. Einerseits die zunehmend heißeren Sommer mit wenig Niederschlag, andererseits Schädlinge und Pilzbefall, insbesondere das Eschentriebsterben. Denn mit der Esche fällt eine wichtige Säule des sich verändernden Waldbildes aus.

Besonders deutlich wurde dies bei der Wanderung außerhalb der Rheinaue: entlang des Churchillwegs, wo auch der extreme Gewittersturm von 2019 erhebliche Schäden angerichtet hat, und am derzeit trocken gefallenen Alten Federbach auf Bietigheimer und Ötigheimer Gemarkung.

„Wir müssen den Wald fit machen für die Anforderungen des 21. Jahrhunderts. Dazu braucht es aktive Aufforstung. Der Wald wird sich verändern müssen, damit er das bleiben kann, was ihn ausmacht: Lebensraum und Rückzugsort für die Tierwelt, Ort der Erhaltung der vielfältigen Pflanzenwelt, Naherholungsort für Spaziergänger und nicht zuletzt Wirtschaftsfaktor“, so Minister Peter Hauk. Insbesondere sei auch der Holzbau ein Beitrag zur dauerhaften CO2-Speicherung.

Die schöne und geschützte Landschaft am Goldkanal schafft auch eine hohe Attraktivität als Naherholungsgebiet – auch das war bei der Wanderung deutlich zu beobachten. Aktuell zeigt Corona, wie wichtig natürliche Zugänge zum Wasser sind. „Es zieht die Menschen ans Wasser“, stellte Steinmauerns Bürgermeister Siegfried Schaaf fest. Der richtige Zeitpunkt sei gekommen, die verschiedenen Ansprüche zusammenzubringen und zu regulieren. Doch ist für die Einrichtung eines Campingplatzes erhebliche finanzielle Förderung nötig. „Es müssen verträgliche Lösungen gefunden werden. Ohne gute Angebote, nehmen die Probleme des unregulierten Zugangs auf eigene Faust zu. Zum Schaden für Mensch und Umwelt“, so der Abgeordnete Alexander Becker abschließend.

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